| Oli`s lustige Sach- und Lachgeschichten | |
|
Blaue Jungs und Mädels, ich war mal wieder für eine Woche in Irland und habe dort eine prima Osterwoche mit vielen Blauen Himmeln erlebt. Nicht ein Tropfen Regen, fast nur Sonnenschein. Mit dem dicken Bauch Kuhlen in den feinsten Sandstrand gebohrt. Und das im April. Hört sich zwar wie eine Räuberpistole an, aber die Klimakatastrophe macht es möglich. Tolle Wurst! Aber nicht nur das Wetter hat mich ins Grübeln gebracht. Auch einige Verhaltensweisen der Insulaner haben mir die Kinnlade runter fallen lassen. Nur zwei Beispiele: die Straßenmusikanten und die DIY-Handwerker. Zu den Straßenmusikanten sei verraten, dass sie anscheinend eine ziemlich unorthodoxe Herangehensweise an ihren Berufsstand haben und es mit der obligatorischen dreijährigen Berufsausbildung nicht allzu Ernst meinen. Auch scheinen sie vom internen Ehrencodex ihrer Zunft nicht viel zu halten. Am meisten Gelegenheit sich davon zu überzeugen, hat man natürlich in der Metropole Dublin, dicht gefolgt von Galway und Cork. Die größte Straßenmusikanten-pro-Kopf-Dichte gibt es aber wahrscheinlich in der Touri-Falle Killarney, wo es nahezu in jedem Pub (und es gibt davon wahrscheinlich mehr als Einwohner!) jeden Abend zu Musikvorführungen kommt. Von traditioneller irischer Hippie-Musik über Country-Schlager bis BritPop-Cover-Bands. Die Qualität ist auch sehr schwankend und man wundert sich bei einigen Interpreten schon mit welchen Argumenten sie ihre Daseinsberechtigung erschlichen haben und warum sie von der texanischen Verwandtschaft auf Heimaturlaub nicht schon längst in den Rücken geschossen wurden… Ich spreche jedoch von den Straßenmusikanten, also Menschen, die es noch nicht mal in den lausigsten und/oder verlogensten Pub geschafft haben. Okay, darunter sind natürlich auch im boomenden Irland noch genug arme Teufel, die aus der neureichen Gesellschaft ausgeschlossen sind und als Outlaws irgendwie überleben müssen. Aber: Dann sollen sie sich wenigstens anstrengen, etwas tun für’s Geld und nicht so willenlos versuchen, andere Leute zu bescheißen. Schließlich will ich unterhalten werden im Urlaub. Ich will das Spektakel!!! In Killarney also konnte ich zwei Mal kurz nacheinander beim besten Willen kein Geld spenden, ich hätte nicht mehr in den Spiegel gucken können, wenn ich als angesehener Musikkritiker solche Darbietungen mit einem finanziellen Obolus auch noch unterstützt hätte. Zuerst war da diese Frau, um die 60, vermutlich eine Roma: Mit einer elektrischen Kinderspielzeuggitarre sitzt sie an eine Häuserwand gelehnt und zerrt ziemlich brutal an den letzten zwei verbliebenen Saiten herum. Dass man nichts hört ist wahrscheinlich gut, könnte aber auch daran liegen, dass die Gitarre an keinen Verstärker angeschlossen war. Der Gesang hat insgesamt gesehen etwas an die schamanischen Kehlkopfgesänge Sibiriens auf Weinerlich erinnert. Ein bisschen böse hat sie auch geguckt und irgendwie hatte man beim Vorbeigehen immer Angst, dass sie gleich das Messer unter dem Rock hervor holt. Wir hatten Glück und kamen mit dem Leben davon. Der Kollege ein paar Meter weiter war da schon weitaus freundlicher. An einem niederen Mäuerchen gelehnt, saß er in der Sonne und strahlte. Der musikalische Vortrag war aber leider genauso jämmerlich. Wenigstens waren an der Gitarre noch alle Saiten dran, eine gängige Melodie war aber auch beim besten Willen nicht zu erkennen, seinen Text hatte der fröhliche Mann wohl ebenfalls vergessen. Macht nichts, denn er improvisierte prächtig. Vermeintliche Worte wurden gekonnt unverständlich gemurmelt und gebrummt, dass es zwar wichtig klang aber mit Sicherheit absolut sinnentleert war. Diese kleine Krux versuchte unser Künstler durch das freundliche Jauchzen von „Hello“, das er jedem Passanten entgegen schleuderte wett zu machen. Drei Mal grüßte ich zurück, dann hatte ich ihn durchschaut. Insgesamt hatte er mich an diesem Freitag ca. zehn Mal „behellot“. Gegen Abend meinte ich auch ein „Fug Ya“ zu hören. Also grüßte ich doch wieder zurück. Zu viel Freundlichkeit kotzt mich einfach an… Von den Do-It-Yourself-Freaks erzähle ich Euch im nächsten Newsletter, da gibt es auch noch die ein oder andere Schote zu erzählen… Bis dahin amüsiert Euch ruhig noch ein bisschen im BLAU. Hier die anstehenden Termine: Heute, am Freitag, den 27.04.2007 spielen ja bekanntlich die Garargenrocker Fuzztones im JUZ. Unterstützt werden sie von der göttlichen Multi Relax Foundation aus Detroit. Deren Cheftrommler wird versuchen Rudi Protrudi und Konsorten nach Konzert-Feierabend im BLAU mit Jägermeister abzufüllen. Man darf gespannt sein, ob das alles klappt wie geplant. Den musikalischen Soundtrack auf der „Fuzzies After Show-Party“ liefert Hötsch Höhle an den Turntables. Die Auflegerei beginnt mit dem Ende des Gigs, vorher gibt’s Konservenmucke. Bringt ganz tief hängende Gitarren! Am Samstag, den 28.04.2007 wird Northern Soul die Blauen Seelen zum Zittern bringen. DJ Alex holt dann wieder seine Perlen aus dem Schmuckkästchen und legt sie Euch um den Hals und in die Ohren. Passt beim Arschwackeln aber bitte ein bisschen auf, dass sich der Tischnachbar nicht belästigt fehlt. Beim letzten Mal gab es da ein paar Missverständnisse und unschöne Szenen. Falls die Situation zu eskalieren droht, empfehle ich eine oder zwei Tassen südschottischen Whisky und eine freundliche Umarmung. Das hat schon viel unnützes Blutvergießen verhindert. Bringt passende Hüte! Am Montag, den 30.04.2007 ist das berüchtigte „BLAU in den Mai!“ In der Walpurgisnacht kann man bei Blauer Live-Musik mal wieder so richtig austicken. Wow! Der böse Zauberer hat sage und schreibe drei verhexte Acts gebucht und bittet zu einem heißen Tanz um das Feuer. Lebend auf der Bühne: The Moogerfoogers, die angesagteste Nachwuchs-Band der Rock’n’Roll Highschool Mannheim (Instrumental Surf Punk), der Blaue Elektroniker Nosrat Charkhi und Mayday Jam (Psychedlic Improvisation mit Leuten von Psychosoul, Panda Playschool, Radio Totale, Multi Relax Foundation und Norbert Schwefel). Garantiert also eine coole Scheiße. Als Schmankerl legen vor, zwischen und nach den Bands noch Deluxe-DJs ihre bunten Tonträger auf den Plattentisch. Tja, da dürfte es wohl schwer fallen das Tanzbein ruhig zu halten. Bringt Besen!!! Am Mittwoch den 02.05.2007 ist „80s Swamp“ mit DJ T.Malik, bekannt aus Presse, Funk und Fernsehen. Indie-Kram aus den 80ern bis zum Abwinken. Aber richtig gut. Also ich würde mich an Eurer Stelle schon auf die nächsten Nächte im BLAU freuen. Also, haut rein. Liebe Grüße vom Weißwurstäquator,
|