Oli`s lustige Sach- und Lachgeschichten

Tiriflöt, tiriflöt,

es wird endlich Frühling.

Die Temperaturen steigen in lange vergessene Höhen, die Vöglein zwitschern, die Bäume schlagen aus, Menschen präsentieren ungefragt und schamlos ihren Winterspeck und verlieben sich erstaunlicherweise trotzdem ineinander, die Biergärten öffnen ihre Tore.

Das Leben kann so schön sein.

Man spürt so richtig wie die alten Knochen zu neuem Leben erwachen, …aber man muss auch was dafür tun!

Ich selbst habe das auf grausame Weise letztens erleben müssen.

Es war am Karfreitag, dem Tag an dem andere Leute an Holzkreuze genagelt werden, als ich nach jahrelangem Müßiggang mal wieder die Fußballschuhe schnürte und mich zum Zwecke des Ball-ins-Tor-Bolzens auf den Rasenplatz im Luisenpark begab. Es war super; ich rutschte mangels Stollen wie ein Wilder auf den Platz herum, der Ball versprang auf dem holprigen Acker ständig, für GegenspielerInnen war ich oft nicht mehr als eine dickere Slalomstange, es begann zu regnen.

Keine zwei Stunden später schlich ich über die Laufbahn und verspürte genau 10 Sekunden nach dem Abpfiff bereits den aufkommenden Muskelkater. Bis nach Hause schaffte ich es noch. Schnell unter die Dusche und dann auf die Massagebank. Da niemand da war, der mich massierte und auch die Sofortmassnahme Franzbranntwein nicht half (um bösen Vermutungen vorzubeugen: ich habe mich natürlich damit eingerieben und  ihn nicht geschluckt), begann ich bald richtig zu leiden. Geschlagene drei Tage wuchtete ich meinen Körper mehr notdürftig durch die Gegend. Manche Bewegungen (z.B. die Beine übereinander schlagen) konnte ich nur mit manueller Hilfe bewerkstelligen. Ich musste mir die Gräten so hinlegen, wie ich sie haben wollte. Spontane Bewegungen, wie Niesen oder Bier trinken waren nur unter größten Schmerzen möglich. Kurz: Es war die Hölle. Liebe Mitmenschen, die mich in dieser Zeit gesehen haben, wissen jetzt wie wahres Leiden aussieht und wie gut ich winseln und jammern kann…

Kaum war diese Tortur aber überstanden, schwang ich mich schon auf das Fahrrad um vier Tage lang von Frankfurt nach Würzburg am Main entlang zu fahren. Immer ein lustiges Lied auf den Lippen, vorbei an Atomkraftwerken, Campingplätzen und Kläranlagen. Natur pur. Es hat richtig Spaß gemacht. Vom Muskelkater war nichts mehr zu spüren, zwar wurden jeden Tag irgendwann die Beine schwer, aber es ist doch ein sehr befriedigendes Gefühl, wenn man abends beim Schweinebraten vor seinem Radler sitzt, auf die Landkarte schaut und weiß, dass man das alles selbst vollbracht hat. Eigentlich wollte ich pro gefahrene 10 km ein Radler trinken. Ich hab’s aber nicht geschafft. Aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. A propos schieben: Ich habe nicht einmal mein Fahrrad geschoben, was aber auch am relativ geringen Gefälle entlang des Mains liegen könnte, und das obwohl wir entgegen der Fließrichtung gefahren sind. Also ich kann das wirklich nur empfehlen. Und zur Zeit gibt’s ja bei Aldi auch alles was das Radler-Herz begehrt: Trinkflaschen, Erste-Hilfe-Täschchen, Sturzhelm, Regenkleidung, Radbeleuchtung, Luftpumpe, Ersatzschläuche, Radlerhosen und -shirts, arschschonende Sättel und gepolsterte Handschuhe. Da heißt es zugreifen und für die Tour de France trainieren.

So, und damit nicht genug. Samstag und Sonntag habe ich damit verbracht im Freibad meine Runden zu ziehen und ein paar Kilometer im Wasser runter zu reißen. Ich habe mir übrigens extra zwei neue Badehosen gekauft. Extrem sexy und mit Justierschnur zum Festbinden. Bisher bin ich ja immer mit verbesserten Unterhosen aus Badehosenmaterial von H&M geschwommen. Mit Leopardenmuster, allerdings ohne Schnur. Und immer wenn der Gummizug dann ausgeleiert war, musste ich bei der Wende beim Abstoßen mit einer Hand die Hose halten, sonst hätte die Gegenströmung sie mir nämlich vom Leib gerissen. Die Zeiten sind jetzt aber vorbei. Zum Glück.

Sportlich wie ich also bin, habe ich mir jetzt überlegt, ob ich nicht nach Radfahren und Schwimmen jetzt auch noch mit dem Laufen anfangen und mich dann für den Iron Man auf Hawaii anmelden soll. Mal sehen. Wer macht mit?

Da das Leben aber nicht nur aus Sport bestehen kann, hier die aktuellen Blauen Veranstaltungen dieser Frühlingswoche:

Am Mittwoch, also morgen, den 26.04.06 hat meine Mutter Geburtstag. (Wer übrigens in den letzten Jahren immer fleißig den Blauen Newsletter gelesen hat, könnte jetzt die Geburtstage meiner halben Verwandtschaft wissen.) Zu diesem Anlass findet morgen im BLAU ab 20:30 Uhr eine Lesung mit Klaus N. Frick statt. Klaus liest aus seinem gerade erschienenen Roman „Chaos En France“ vor und erzählt sicherlich auch noch ein paar andere Schoten. Das Buch erzählt die Geschichte von Peter Pank, einem jungen Punkrocker aus Süddeutschland, und seinem Aufenthalt in Südfrankreich im Jahre 1986. Ein ziemliches Durcheinander das: zu viel Alkohol, zu viele Drogen, zu viele Gefühle… Klaus N. Frick ist seit vielen Jahren in der Punkrockszene unterwegs und dort bekannt wie ein bunter Hund, nicht zuletzt wegen seinem formidablen Ego-Zine Enpunkt, das er seit Ewigkeiten alle halbe Jahre mal auf den Markt bringt. Außerdem war er auch Mitarbeiter beim legendären ZAP, wo die Idee zum Fortsetzungsroman „Vielen Dank, Peter Pank“ entstand (ebenfalls als Buch erschienen) und schreibt jetzt im Ox seine Geschichten. Mittlerweile ist dort der Beginn von Teil 3 nachzulesen. Unter dem Arbeitstitel „Und: Hardcore“ kann man erfahren wie es mit Peter Pank weiter geht. Mehr zu Klaus und „Chaos En France“ in der Kulturabteilung der Blauen Homepage. Das wird sicherlich ein sehr unterhaltsamer Abend, auf den ich mich schon sehr freue. Präsentiert wird das Ganze vom Punkrock!-Fanzine, in welchem in der nächsten Ausgabe dann auch ein Interview mit der Romanfigur Peter Punk zu lesen sein wird. Auf die haarsträubenden Hintergrundinformationen, die dann enthüllt werden, darf man ebenfalls schon sehr gespannt sein.

Wer mir eine Idee für ein wirklich überzeugendes Geburtstagsgeschenk für meine Mutter liefert, bekommt freien Eintritt!

Am Freitag, den 28.04.06 haben wir dann wieder zwei gut aussehende DJs am den Blauen Turntables. Unter dem halsbrecherischen Motto „The Incredible-Great Rock’n’Roll Swindle“ schwingen DJ Jonas-The-Bonas und DJ Der Spatz von Mannheim laut Kennern der Szene den Plattenhammer. Wenn die Informationen stimmen wollen die beiden waghalsigen Jungs den ganzen Abend die musikalische Beschallung nur mit echten, richtigen und gerillten Schallplatten gestalten. Das heißt nur Vinyl, keine CDs, keine MP3s, kein anderer Schrott. Wirklich nur Vinyl!!! Damit der Rock’Roll Swindle so klingt, wie er klingen muss. Edle Ritter, das ist wahres Heldentum. Die Frage ist nur, ob die beiden es tatsächlich schaffen, bis Feierabend nüchtern genug zu bleiben und immer die Rille treffen oder… Naja, werdet selbst Zeugen. Auch das verspricht ein ausgesprochen trashiger Spaß zu werden.

Judihui, ich freue mich auf die Dinge, die da kommen. Ihr hoffentlich auch. Na dann sehen wir uns ja…

im BLAU… an der Biegung der Theke…

Liebe Frühlingsgrüße und treibt mehr Sport

Oliver Obnoxious

Ach ja, bei entsprechenden Temperaturen hat der Blaue Biergarten ab sofort geöffnet

Und zum Weiterlesen sei hier noch mal hingewiesen auf: www.blau-jungbusch.de