Oli`s lustige Sach- und Lachgeschichten

 

Blaue Gemeinde,

nun, es zirpt, zwitschert und tschilpt noch immer in meinem Rollladenkasten, nicht zuletzt wegen massiver Gewaltandrohung gegenüber meiner Person durch Vogelfreund Schmalzbein. Dabei würde ich unserem Tierpräparationsweltmeister doch nur ein wenig mehr Arbeitsmaterial besorgen. Ich würde sogar versuchen den kleinen gefiederten Freund so gut wie möglich am Stück zu lassen. Man muss ja nicht gleich mit Kanonen auf Spatzen schießen. Inzwischen ist glaube ich auch der Nachwuchs geschlüpft. Obwohl sich das kleine Gesocks doch erstaunlich ruhig verhält. Gehe inzwischen davon aus, dass es sich um eine ganz besonders schlaue Art Vogel handelt, die sich mit nahezu militärischer Disziplin im Feindgebiet aufhält. Radau machen die Brüder nur wenn es was zu fressen gibt. Dann ist aber die Hölle los im Rollladenkasten, dann geht’s drunter und drüber vor lauter lauter. Manchmal habe ich den Eindruck, die benehmen sich wie manchen Leute kurz vor dem blauen Feierabend. Naja, wie dem auch sei, ich habe beschlossen der Vogelfamilie, dem Kollegen Schmalzbein und meiner Gesundheit eine Freude zu machen und die Kleinen erstmal aus dem Gröbsten herauskommen zu lassen. Falls mir das Geschrei aber doch mal zu sehr auf mein Gelege geht, behalte ich mir vor, den Rollladen (welcher bei mir eigentlich nie benutzt wird) doch mal mit ein paar schnellen, ruckartigen Bewegungen rasant hoch und runter zu ziehen und das Federvieh den mahlenden Zähnen blutrüstiger Rollladenlamellen zu überlassen.

Keine Angst, blaue Freunde, das war nur ein Spaß. Ich wollte Euch nur ein bisschen schockieren. Es heißt ja immer, ich wäre so ein lieber und netter Mensch. Dem wollte ich ein wenig gegensteuern. In Wirklichkeit bin ich aber keine wandelnde Zeitbombe…

Vor ca. einer Stunde ist etwas Unglaubliches passiert. Eine hartnäckige Schreibblockade hat von meinem Körper Besitz ergriffen, sitzt mir seither im Nacken, schaut mir ständig über die Schulter auf die Tastatur und auf den Bildschirm. Inzwischen habe ich aufgegeben, heute werde ich sie nicht mehr bezwingen. Arschlecken. Man muss auch mal anerkennen, wenn ein Gegner stärker ist. Mir bleibt nur noch ein paar Daten aufzulisten und dann wie ein begossener Pudel die Biege zu machen. Tschüß schon mal, bin ganz traurig.

Am Freitag, den 17.06.2005 herrschen im Blau die „80s Teenage Rebels“, die ihre Jugend in den 80ern verbringen mussten. Schlimm, schlimm. Aber aus eigener Erfahrung, weiß ich, dass es eigentlich immer nur so schlimm wird, wie man es selbst zulässt. Damals gab es nämlich nicht nur Markus, Genesis und Samantha Fox, nein es gab Pia Zadora, Joachim Witt und Duran Duran. Es gab nicht nur Wackerdorf, sondern auch Matthias Rust und es gab nicht nur Helmut Kohl, sondern auch Helmut Kohl. Eine schöne Zeit hatten wir damals. Und um diese Zeit hochleben zu lassen hat sich für diesen Abend ein revolutionäres Schallplattenunterhaltungskollektiv, bestehend aus Hötsch Höhle, DJane Sigi Sputnik, KungFu-Micha und Sigi’s Mitbewohner, zusammen gefunden. Aber keine Angst, die vier haben Geschmack und Selbstachtung. Oben erwähnte Musikvirtuosen werden im abendlichen Programm keinen Niederschlag finden. Stattdessen gibt’s die wirklich coolen Sachen aus den 80ern zu hören.

Bringt Nutella aus der Tube, Fönfrisuren, Zauberwürfel, C64er, Hitler’s Tagebücher, Magic Knister Brause und Benetton-Pullis!!!

Außerdem möchte ich die geneigte Leserschaft darauf hinweisen, dass vom 17.06. – 25.06.2005 in den ehemaligen Räumen des Jazzmatazz (die alten Hasen unter Euch werden sich vielleicht daran erinnern können), in der Jungbuschstrasse 18, also zwei Häuser neben dem Blau, die Ausstellung „Quiet Things“ von Jörg Rode in Zusammenarbeit mit der Heart Gallery und weiteren Künstlern stattfindet. Geboten werden Installationen, Videos und anderes. Wer näheres dazu wissen will, kann sich auf www.heart-gallery.de schlau machen. Der absolute Überhammer ist aber wohl, dass am Samstag, den 18.06.05 DJ ich, ich und ich dort auflegen werde. Mit Ansagen. Talking DJ Oliver Obnoxious. Das sollte sich niemand entgehen lassen. Und wer meinen Dialekt nicht mehr hören kann, der kann ja dann ins Blau gehen.

Liebe Grüße von Oliver Obnoxious