Oli`s lustige Sach- und Lachgeschichten

 

Hallo Blauland,

ui ui ui, Asche auf mein Haupt, kaum passt man mal nicht so genau auf, kriegt man schon nicht mehr mit, wer so alles stirbt. Man wird leichtsinnig und behauptet, dass niemand Interessantes gestorben ist und dann – plop – wie ein humorloser Handkantenschlag hagelt es Besserwisser-Mails, dass man vor Scham gerne im Boden des Zentralfriedhofs versinken würde, um den anwesenden Würmern und anderem Getier als feierliches Mahl zu dienen. Aber das würde ja auch nicht helft, außer den Speisenden…

Natürlich sehe ich es als meine Pflicht an, die eingeforderte Trauerarbeit an alle Blau-News-Abonnenten weiterzuleiten.

Als erster beschwerte sich DJ Götzilla über den unkommentierten Tod von Hasil Adkins. Der Mann, der in seinem langen Musikerleben seit 1949 über 7000 Songs geschrieben hat und weitere 2000 ebenso auswendig spielen konnte, ist nicht länger unter uns. Er starb am 25.04.05 und wer ihn fortan besuchen möchte kann dies im Handley Funeral Home in Madison, West Virginia tun. Auf seiner Homepage steht: Hasil Adkins passed away (…) We will miss him dearly. Genau, wir werden ihn tierisch vermissen.

Helle beschwert sich über den nicht allzu frühen Tod von Erika Fuchs, die im Alter von 98 Jahren am 22.04.05 in München verstorben ist. Bekannt wurde Erika Fuchs durch ihre Übersetzungen von Disney-Comics, speziell von denen von Carl Barks und seiner Duck-Familie. Sie brillierte dabei vor allem durch zahlreiche Zitate und literarische Anspielungen, die es im Original gar nicht gab. Außerdem verdanken wir ihr den Erikativ, die auf den Wortstamm verkürzten Verben, mit denen lautlose (psychische) Vorgänge beschrieben werden, wie z.B. grübel, staun, dummausderwäscheguck, wildwichsenddurchdiewohnungrenn oder einfach sterb. Danke Erika!!!

Einen äußerst tragischen und traurigen Fall gibt es von Alex Buster zu berichten, der seinem alten Kumpel und Mitbewohner in Frankfurt Holger Vogt, dem Bassisten der legendären Band Three O’Clock Heroes, das letzte Geleit geben musste. Tja, Scheiße passiert… und die besten sterben zuerst…

Auf einem schottischen Grabstein habe ich mal gelesen: Him as was has gone from we, us as is must go to he. Grammatikalisch grottenfalsch, im Ergebnis aber nicht von der Hand zu weisen.

Ich würde Euch auch gerne von erfreulichen Sachen wie Hochzeiten, Geburten und Ritterschlagungen erzählen, aber mir liegen leider keine entsprechenden Daten vor. Wer was weiß, kann sich gerne bei mir melden. In Zukunft verlange ich aber pro Bearbeitung einer amtlichen Mitteilung eine Gebühr von 20 Euro incl. Mehrwertsteuer.

Okay, liebe Trauergemeinde, hier die anstehenden blauen Termine:

Am Freitag, den 06.05.05 ist Psychedelic Swamp mit DJ Psyto. Ingo wird nicht da sein, also können wir mal so richtig in die Kacke hauen und die Mäuse auf dem Tisch tanzen lassen. Ich stelle mir das in etwa so wie in dem Film „Gremlins“ vor, wo die Monster diese Bar auseinander nehmen. Ich glaube das könnte ein Heidenspaß werden. Und für passende musikalische Unterhaltung ist mit Psyto ja bestens gesorgt.

Bringt bisher unterdrückte Aggressionenen!!!

Am Sonntag, den 08.05.05 findet in den restlichen blauen Gemäuern eine Lesung mit dem Titel „Literatur des Scheiterns“ statt. Gaststar ist dann Linus Volkmann, der beim Ventil Verlag bereits sein drittes Buch veröffentlicht hat und uns daraus vorlesen wird. Wer ihn nicht als Buchautor kennt, dem ist er vielleicht als Redakteur beim Intro bekannt, wenn nicht, auch egal. Mehr Informationen zu Linus Volkmann und seinem literarischen Schaffen können sich Leseratten und andere Naseweise auf der Homepage www.ventil-verlag.de beschaffen. Der Mann wird dort in höchsten Tönen gelobt, unter anderem von Walter Moers und Rocko Schamoni und die sollten es ja eigentlich wissen. Beginn: 20:30 Uhr. Achtung, Muttertag nicht vergessen!

Bringt Konzentration!!!

Das war’s schon wieder. Ich wünsche Euch allen ein langes und geruhsames Leben.

Euer Oliver Obnoxious